Seite aktualisiert am 05. Januar 2007

Sendung des MDR vom 16.11.2005 (Länge ca. 41 Minuten)

MDR-Figaro lädt sich immer mittwochs Gäste live ins Studio. Diesmal ist Prior Franz Maria Schwarz vom Kloster St. Wigberti, zu Gast bei "Figaro trifft". Mit Pater Franz sprach Alexander Mayer

Zur Vita von Prior Franz Maria Schwarz

In Bad Kösen wird Franz Maria Schwarz am 12.12.1944 geboren. Die Familie stammt aus Ostpreußen. Nur zur Geburt des Jungen kommt die Mutter nach Bad Kösen und lässt ihn dort. Auf dem Weg die Familie nachzuholen wird sie in ein Frauenlager in Vordersibirien verschleppt. Erst vor zwei Jahren erhielt Pater Franz vom Roten Kreutz die Todesurkunde. Sie war im Mai 1945 an Typhus gestorben. Durch den Krieg hat er die gesamte Familie verloren.

Franz Maria Schwarz kommt 1944 in ein Waisenhaus in Vitzenburg an der Unstrut. 1948 wird er adoptiert und verbringt eine schöne Kindheit in der Nähe von Querfurt. Da er als Einzelkind aufwächst zieht es ihn oft ins Pfarrhaus. Er bekommt Klavier und Orgelunterricht und spielt in der evangelischen und katholischen Kirche Orgel. Nach der Oberschule lernt Franz Maria Schwarz in Eisleben Maler und schließt 1962 mit dem Facharbeiter ab. Die Fassadenmalerei interessiert ihn sehr, auch darf er als Schriftenmaler in Kirchen arbeiten. Da Franz Maria Schwarz aber nicht in der FDJ war und den Wehrdienst verweigerte kann er nicht Kunstmaler werden. Die Staatssicherheit kreuzt ab seinem 17. Lebensjahr und für lange Zeit auf fatale Art und Weise sein Leben.

Franz Maria Schwarz macht eine Diakonausbildung in Eisenach, später studiert er Theologie. Während der Ausbildung in Eisenach entsteht 1965/66 die erste kleine Zelle unter Gleichgesinnten, letztendlich aber der Grundstein für sein Leben heute im Kloster St. Wigberti in Werningshausen in Thüringen. 1967 geben sich die ersten Brüder das Versprechen, Christus durch ihr bruderschaftliches Leben zu ehren, zu lieben und zu dienen.
Nach den ersten Stationen in Eisenach, Greiz, Hermsdorf, Apolda und Stadtroda ordnet 1970 die Kirchenleitung die Auflösung der Gemeinschaft an. Nur ein kleiner Kreis der Brüder bleibt sich fortan treu. Durch einen aufgeschlossenen Oberkirchenrat ihrer Landeskirche werden ihnen schließlich drei Gemeinden angeboten. Sie wählen Werningshausen in Thüringen. Kirche und Pfarrhaus sind aber dem Abriss näher als dem Wiederaufbau. Drei Brüder ziehen ein und bauen von 1973 bis 1987. Die Sankt Wigberti Kirche kann wieder eingeweiht werden und 1984 erhält der kleine Bau der Marienkapelle die Weihe. Drei Jahre später wird die kleine Gemeinschaft von Sankt Wigberti durch die Evangelisch-Lutherische Landeskirche approbiert. 1992 konnte der erste Bauabschnitt des kleinen Klosters unter ökumenischer Beteiligung geweiht werden. 1999 erfolgt die Grundsteinlegung des zweiten Bauabschnittes. Dieser wird 2000 unter erneuter ökumenischer Beteiligung geweiht.

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